Joseph Carlebach Institut
Startseite
ICS Site Building
Suche  Erweiterte Suche
Startseite   Judentum Glossar (alphabetisch geordnet)
Judentum

Glossar (alphabetisch geordnet)


a b c d e f g h i j k l m

n o p q r s t u v w x y z

Einig-einzig(keit)
Ein die jüdisch-monotheistische Gottesauffassung bezeichnender Begriff, der sich im 19. und 20. Jahrhundert in der deutschen Sprache sowohl in jüdisch-religiösen Kreisen als auch in der *Wissenschaft des Judentums eingebürgert hat. In ihm wird Gottes vom Judentum proklamiertes Einssein (Dt. 6,4) in seinem paradoxalen Doppelaspekt angesprochen: Gottes Einzig(artig)keit steht für Seine Transzendenz, während Seine Einigkeit die (pantheistische) Immanenz, Gottes Allgegenwart im Dasein bezeichnet.

Ellul
Monat des *hebräischen Kalenders im Frühherbst. Der Monat E., Vormonat der im Monat *Tischri stattfindenden *Hohen Feiertage, zeichnet sich durch die seelisch-geistige Vorbereitung auf diese ernsten Feste aus. Beim Morgengebet werden spezielle Bussgebete zugefügt und es wird ins *Schofar geblasen.

Erstlingsfrüchte
(Hebr. "Bikurim")
Die zur Zeit des *Tempels in Jerusalem alljährlich vom *Schawuotfest bis *Chanukka von jedem Landbesitzer dort darzubringenden ersten Früchte seines landwirtschaftlichen Ertrags, sofern diese zu einer der sieben Arten gehörten, durch die sich nach Dt. 8,8 das Land Israel auszeichnet: Weizen, Gerste, Weintrauben, Feigen, Granatäpfel, Oliven und Datteln (Mischna Bikurim 1,3). Die *Tora kennt für die E. kein Mindestmaß, die Weisen des *Talmud setzten es auf 1/60 des Ernteertrags fest (Chullin 137b). Die E. wurden in feierlichen Prozessionen, die sich noch in den jeweiligen Ausgangsorten organisierten, nach Jerusalem gebracht, wo sie bei einem zeremoniellen Akt den *Priestern als den ihnen von der Tora zugedachten Eigentümern übergeben wurden (Mischna Bikurim Kap. 2-3). Die E. durften dann, da sie zu den heiligen Speisen zählen, unter Wahrung bestimmter ritueller Reinheitsgebote nur von den Priestern bzw. ihren Hausangehörigen gegessen werden. Beim Darbringen der E. sprach der Darbringende die Verse Dt. 26,3-11, in denen er seinen Dank dafür zum Ausdruck brachte, dass "uns Gott aus Ägypten hinausgeführt hat … und uns dieses Land gab, das mit Milch und Honig fließt" (Mischna Bikurim 3,6).

Fäkultat für Jüdische Studien הפקולטה למדעי היהדות Bar Ilan Universität, Ramat Gan, Israel אוניברסיטת בר אילן