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Judentum

Glossar (alphabetisch geordnet)


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Davidstern
Der exakte Ausdruck für dieses jüdische Symbol ist nicht Davidstern, sondern Davidschild (hebr. Magen David); die Quelle ist im Talmud (Traktat Pessachim 117b) zu finden, als Schlusswort des Segensspruches eines der Gebete an Schabbat, Feier-oder Fasttagen.
Dieses sechszackige Hexagramm, durch 2 ineinander geschobene Dreiecke gebildet, ist als magisches Zeichen unerklärter Herkunft bei verschiedenen antiken Völkern bekannt (Einzelheiten im Jüd. Lexikon, Bnd. III, S.1281). In Sidon, im alten Israel wurde es als hebr. Siegel aus dem 7.Jh. v.d.Z. nachgewiesen.
Seit dem 19.Jh. ist der Davidstern als ein allgemein jüdisches Symbol anerkannt. Daher bildete sich auch der Brauch, ein jüd. Grab – besonders im Ausland – mit diesem Symbol zu kennzeichnen.
Der D. ist der Mittelpunkt der israelischen Nationalflagge, oft auf jüdischen Kultusgeräten zu sehen und wird als identifizierendes Schmuckstück viel verwendet.
Bei Franz Rosenzweig ist zudem der D. als "Symbol-System" in seine Philosophie einbezogen.


Dezisor
(Hebr. "Possek")
Ein mit entsprechender *Talmudkenntnis ausgestatteter Gesetzeslehrer, der *religionsgesetzlich bindende Entscheidungen zu treffen weiß. Da die für eine jüdisch-orthodoxe Lebensführung verbindliche *Halacha alle Lebensbereiche umfasst und die sich geschichtlich wandelnden Lebensumstände immer neue Fragen aufwerfen, gab es zu allen Zeiten D.en, die ihre Entscheidungen zum großen Teil auch schriftlich niederlegten. Dies geschah entweder in der Form von systematischen religionsgesetzlichen Schriften (wie z.B. dem *Mischne Tora des *Maimonides) oder von *Responsen. Die Autorität eines D. beruht auf seinem Ansehen in der jüdischen Gelehrtenwelt. Jeder *orthodoxe *Rabbiner muss über die Fähigkeit und nötige Gelehrsamkeit verfügen, dezisorische Funktionen im Rahmen seiner Gemeinde wahrzunehmen.

Diaspora
(gr. für "Zerstreuung", hebr. "Gola", "Galut")
Bezeichnung für die über die ganze Welt (außerhalb Israels) verstreuten jüdischen Gemeinden.

Dreyfus-Prozess
Ein 1894-1895 vom französischen Staat gegen den einzigen jüdischen Offizier im französischen Generalstab, Alfred Dreyfus (1859-1935), unter der Beschuldigung der Spionage für Deutschland geführter Hochverratsprozeß, der von antisemitischen Ausschreitungen begleitet war und mit einem Schuldspruch endete. Im Anschluß auf Dreyfus’ Verurteilung wurden indes Zweifel hinsichtlich seiner tatsächlichen Schuld laut, wobei zunehmend auch Vertuschungsmanöver seitens der in den Prozeß verwickelten Militärs bekannt wurden. Aufgrund der in der Folge einsetzenden, vom berühmten französischen Nationalschriftsteller Emile Zola angeführten Kampagne zu einer Wiederaufnahme des Verfahrens weitete sich der D-P in der Folge zur Dreyfus-Affäre aus, die ganz Frankreich erschütterte. Mit dem vollständigen Freispruch Dreyfus’ im Revisionsprozeß wurde die Dreyfus-Affäre im Jahre 1906 beendet. Der D-P spielte eine zentrale Rolle in *Herzls Erweckung zum *Zionismus.

Fäkultat für Jüdische Studien הפקולטה למדעי היהדות Bar Ilan Universität, Ramat Gan, Israel אוניברסיטת בר אילן